Stagnation, Aufgewärmtes, Sequels: Wer sagt, dass es bei Games nicht noch Platz für revolutionär Neues, für Unerwartetes, Abwegiges oder schlicht: das Unmögliche geben darf? The Games That Never Were ist ein Gedankenexperiment: Spiele, wie es sie nie gegeben hat und so auch wohl nicht geben wird. Diese Woche fantasiert sich der geschätzte Kollege Rudolf Inderst, Vollbartträger und Ressortleiter Digitale Spiele bei TITEL Kulturmagazin, im zwanglosen Gespräch ein Spiel herbei, das es so nie gab.
Hallo. Sie kennen mich nicht. Mein Name ist Tess. Ich weiß, ich weiß. Ich weiß, was Sie jetzt sagen wollen. Klingt wie...eine Stripperin. Oder...Tess, klingt nach Namensschild bei einer der vielen Autovermietungen. Oder vielleicht doch eher nach Servicekraft in einem Diner? Immerhin denken Sie jetzt darüber nach. Tess. Dennoch wiederhole ich mich: Sie kennen mich nicht. Ich bin das, was man eine Streichung nennt. Ich war geplant. Aber dann passte ich irgendwann nicht mehr in das Konzept. Um ehrlich zu sein, hatte ich mit so etwas schon gerechnet. Diese Industrie...sie ist...nun ja, viel zu konservativ, um das wirklich durch zu ziehen. Aber für Selbstmitleid ist nun nicht der richtige Zeitpunkt. Ich sage nicht, dass es Phasen gibt, in denen es nützlich ist, sondern...ach, vergessen wir das. Ich bin nicht im Dienst, und Sie...Sie sind nicht mein Patient. Noch nicht.
(kichert)